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Die Geschichte des Bauhaus – „Weniger ist mehr“

Als Kunsthochschule für Malerei, Kunstgewerbe und Baukunst wurde das Bauhaus am 21. März 1919 in Weimar gegründet. Damit war es eine der ersten Hochschulen für Gestaltung, die namhafte Architekten und Künstler der damaligen Zeit zusammenführte und gilt darüber hinaus bis heute als einflussreichste Bildungsstätte in puncto Design und Architektur. Gründervater und Leiter Walter Gropius vereinte die Weimarer Kunsthochschule und Kunstgewerbeschule und schuf eine Stätte, in der sich Pädagogik, Kunst und Handwerk auf das beste ergänzen sollten.

Die Geschichte des Bauhaus begann mit einer Utopie: Der „Bau der Zukunft“ sollte alle Künste in idealer Einheit miteinander verbinden. Das Resultat war eine zweckmäßige, materialgemäße Architektur und eine innovative Formgebung für Alltagsgegenstände, die von der industriellen Produktion weiterentwickelt wurde. Die neue Sachlichkeit – deren Motto „Weniger ist mehr“ lautete – sollte demnach zur Vereinfachung des täglichen Lebens beitragen.

Offenbar war dies aber zu viel Utopie für Weimar. Das Bauhaus wurde nie richtig heimisch. Aals 1924 die Nationalkonservativen an die Macht kamen, versagten sie der Hochschule kurzerhand die nötigen finanziellen Mittel. Rettung in der Not war die Stadt Dessau, selbst eine expandierende Industriestadt, die dringend ein Prestigeobjekt suchte. Dafür eignete sich das Bauhaus insbesondere deswegen gut, weil es 1923/24 sein Programm änderte und eine neue Einheit von Kunst und Design forderte, deren Resultat Produkte für die industrielle Massenproduktion waren.

Möglichkeit zur Expansion bot auch das Gelände, das Bauhaus von der Stadt Dessau zugesprochen bekam. Dort wurde 1926 ein dreiflügeliges Gebäude mit Werkstatt, Handwerker- und Kunstgewerbeschule sowie einem Verwaltungstrakt eröffnet. Mit seinem Flachdach und der Glasfront beschritt das Design des Gebäudes neue und moderne Wege.

Doch bot selbst Dessau dem Bauhaus keine sichere Heimat. Auch dort gab es ständige politische Konflikte, die das Weiterbestehen schwierig machten. Im April 1928 trat Walter Gropius von seinem Amt als Direktor zurück. Sein Nachfolger wurde der Schweizer Architekt Hannes Meyer. Meyers marxistische Orientierung wurde zu einem weiteren Problem. Bereits nach zwei Jahren wurde ihm gekündigt. Auf Meyer folgte Ludwig Mies van der Rohe. Doch der Wahlsieg der Nationalsozialisten zwang das Bauhaus im September 1932 letztendlich doch zur Schließung.

Ein letztes Aufbäumen erreichte Ludwig Mies van der Rohe. Er zog mit dem Bauhaus in ein Fabrikgebäude nach Berlin. Aber auch dieser Umzug war nicht von Erfolg gekrönt: 1933 löste sich das Bauhaus dann erneut auf. Von den Nationalsozialisten wurde die Einrichtung als Gefahr für das deutsche Volk bezeichnet.

Die Idee des praktischen, formschönen und schnörkellosen Designs überlebte jedoch bis heute. Möbel mit schlichter Eleganz wie der Ledersessel „Barcelona“ von Ludwig Mies van der Rohe oder der „S 43“ von Mart Stam kamen nie aus der Mode.

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Nicht nur im Bauhaus sehr beliebt: Granitarbeitsplatten verleihen jeder Küche Eleganz.