Aktuelle Informationen zur privaten Rentenversicherung

Ja, auch ich werde älter und darum habe ich mir in den letzten Wochen einige Infos zur privaten Rentenversicherung eingeholt und einfach mal überlegt, was man denn so sinnvolles anstellen kann! Einige interessante Aspekte habe ich Euch mal zusammengefasst und ein wenig ausgearbeitet.

Uns ist allen bewusst, dass die Auszahlungen der gesetzlichen Rentenversicherung nicht ausreichen werden, um uns im Alter ansprechend versorgen zu können. Die logische Konsequenz ist der zusätzliche Abschluss einer privaten Rentenversicherung. Mit dieser Maßnahme sind wir auch im Ruhestand, gegenüber der wirtschaftlichen Belastung, abgesichert. Bei der privaten Rentenversicherung wird die Rente lebenslang gezahlt, auch wenn die Einzahlungen rein rechnerisch schon ausgereizt ist. Um diesen Zusatzbetrag aufzufangen, richten sich die Versicherungen nach der durchschnittlichen Lebensdauer ihrer Kunden. Wer vor diesem Zeitpunkt stirbt, der hat mehr eingezahlt, als er später zurück bekommen hat. Ein langes Leben hingegen, garantiert eine Auszahlung, auch über diese durchschnittliche Lebenserwartung hinweg. DOCH ist das alles so sicher? Wie geht´s überhaupt ?

 

Wer sollte eine private Rentenversicherung abschließen?

In unserer heutigen Zeit kann der Staat alleine für seine Bürger nicht mehr hinreichend sorgen. Dies liegt an einem Ungleichgewicht vom älteren Bundesbürgern und den jungen Arbeitnehmern. Die einen bekommen Geld aus der gesetzlichen Rentenversicherung und die anderen zahlen ein. Durch den demographischen Wandel werden die Menschen, welche Anspruch auf eine Rente haben, die Arbeitnehmer bei weitem übersteigen. Dadurch kann niemand seinen Lebensstandard halten, den er während seiner Arbeitszeit genossen hat. Der gesetzliche Rentenanspruch wird in gewisser Regelmäßigkeit gesenkt werden, ebenso die Beamtenprovisionen. Die logische Schlussfolgerung daraus ist, dass jeder eine private Rentenversicherung abschließen sollte. Die Höhe dieser hängt von vielen Faktoren ab. Die Größe der Familie, der derzeitige und später angestrebte Lebensstandard, ob weitere Reserven zur Verfügung stehen, die Höhe der Rente des Partners/der Partnerin und noch vieles mehr. Die persönliche Versorgung im Rentenalter rückt immer mehr in den Fokus.

 

Worauf sollte bei einem Vertragsabschluss geachtet werden?

Als Erstes sollte die Vertragswahl entschieden werden. Es gibt drei unterschiedliche Varianten des Vertragsabschlusses. In eine aufgeschobene Rentenversicherung werden während des Arbeitslebens regelmäßig Beträge eingezahlt. Als Ausgleich wird im Rentenalter eine vertraglich festgelegte Summe, zusätzlich zur Überschussbeteiligung, ausgezahlt. Die Sofortrente ist für die ältere Generation, oder für Personen, die mit den derzeitigen Finanzen nichts anzufangen wissen, geeignet. Dabei wird ein Einmalbetrag eingezahlt und die Auszahlung beginnt sofort. Bei Einer Rentenversicherung mit Kapitalwahlrecht kann beim Renteneintritt entschieden werden, ob ein Einmalbetrag auf das Konto oder eine fortdauernde Rente gezahlt werden soll. Mit einigen Tricks lässt sich die Rentenhöhe um ca. 10% erhöhen. Werden die Einzahlungen jährlich vorgenommen und nicht pro Monat, ist die Auszahlungssumme schon um mehrere Prozente gestiegen. Dies liegt an den geringeren Kosten, die dadurch verursacht werden. Viele sinnlose Klauseln in den Verträgen, können die Auszahlung ebenfalls negativ beeinflussen. Der standardmäßige Schutz für den Fall des Todes ist z.B. für eine Rentenversicherung zu vernachlässigen. Die maximal 15.000 €, die dabei ausgeschüttet werden, sichern die Angehörigen nur kurzzeitig ab. Wer seine Familie ernsthaft schützen möchte, der schließt eine extra Risikolebensversicherung ab und spart diesen Betrag bei der Rentenversicherung. Auf die selbe Weise sollte bei der Unfall- und Berufsunfähigkeitsversicherung verfahren werden. Auch die Dynamisierung ist in keinster Weise zu empfehlen. Dabei handelt es sich um eine regelmäßige Aufstockung der Einzahlungen. Dies wird einem häufig mit dem Argument schmackhaft gemacht, dass im höheren Alter auch immer mehr verdient wird. Jedoch steht dies zum einen nicht fest und zum anderen verursacht eine Dynamisierung auch unangenehme Zusatzkosten. Außerdem wird es recht umständlich die monatlichen Auszahlungsbeträge im Rentenalter zu errechnen. Wer im Alter über zusätzliches Kapital verfügt, sollte lieber eine zweite Rentenversicherung abschließen. Bevor ein Vertrag abgeschlossen wird, sollte sich der Kunde genauestens Informieren. Ein Unterschied von 25 € bei der monatlichen Auszahlung im Alter, macht über die Jahre hinweg gesehen ein paar Tausend Euro. Außerdem ist es nie vorteilhaft sich aus einer Rentenversicherung auszukaufen. Davon profitiert nur der Anbieter dieser Versicherung.

 

Die Private Rentenversicherung als Sonderausgabe?

Im Gegensatz zu der Riester- oder Rürup Rente lassen sich die Zahlungen für die privaten Rentenversicherungen nicht mehr als Sonderausgaben deklarieren. Dies gilt jedoch nicht für alle Verträge, die vor dem 01. Januar 2005 geschlossen wurden. Ansonsten werden diese Beträge jedoch von dem Nettoeinkommen bestritten. Jedoch sollten auch davon die Vorteile gesehen werden. Von den späteren Rentenauszahlungen wird dann z.B. nur ein marginaler Anteil des Ertrages besteuert. Durch die geringere Steuerlast im Alter ergeben sich oftmals sogar steuerliche Vorzüge. Die Begründung liegt in dem wegfallenden Einkommen aus Erwerbstätigkeit. Hier liegt jedoch ein Spezialfall bei der Privatrente mit Kapitalauszahlung vor. Dieser Betrag muss grundsätzlich voll versteuert werden, wenn die Police nach 2004 abgeschlossen wurde. Wer sich sein Kapital nach Vollendung des 60. Lebensjahres auszahlen lässt und zu diesem Zeitpunkt schon zwölf Jahre eingezahlt hat, muss nur die Hälfte des Ertrages versteuern.

Private Rentenversicherung – Beratung oder selber planen?

Die unterschiedlichen Varianten der Altersvorsorge lassen viele Amateure in Sachen Finanzen, vor unüberwindlichen Hindernissen zurück. Diese erhoffen sich durch eine kompetente Beratung, eine gute Vorsorge für die Zukunft. Doch weit gefehlt, viele Berater sind nur auf den eigenen Profit aus oder sind selber schlecht informiert. Nach einer aktuellen Studie werden zahlreiche Kunden schlecht beraten. Nach diesen Informationen hätten Studenten und Harz IV Empfänger oftmals kein Geld zum Leben mehr übrig gehabt. Auf viele der Tücken, die in diesem Artikel erläutert wurden, kommen die Berater ebenfalls nicht zu sprechen. Dennoch sollte eine professionelle Betreuung gewährleistet sein. Jedoch sollte dieser nicht unvorbereitet gegenüber getreten werden. Wichtige Informationen müssen vorab in Eigenregie zusammengetragen und zum Gespräch mitgenommen werden. Auch die Daten über das eigene Einkommen und über die Ausgaben sind für eine optimale Beratung am besten immer parat. Bestenfalls wird ein vertrauensvolles Verhältnis zum Berater aufgebaut. Weiterhin ist es immer ratsam sich mehrere Angebote einzuholen. Auch Angaben aus dem Internet sind oftmals nicht mehr aktuell und daher zu hinterfragen. Von einem Onlineabschluss einer privaten Rentenversicherung ist generell abzuraten. Dieses Themengebiet ist einfach zu umfangreich, es gibt zu viele Details und Klauseln, die erklärt werden sollten.

 

Fazit

Für den Abschluss einer privaten Rentenversicherung sollte sich Zeit genommen werden. Häufig wird eine solche Police nur einmal im Leben abgeschlossen. Ein Dokument, welches über die finanzielle Absicherung im Alter entscheidet, sollte niemals leichtfertig unterschrieben werden. Wurden die nötigen Informationen zusammengetragen, alle Fallgruben beachtet, sind alle Klauseln des Vertrages geklärt und wurden mehrere Angebote eingeholt, sollte die Police unter Umständen nochmal von einem Vertrauten überprüft und im Anschluss unterschrieben werden.

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